Libyen 2005

07.10.2005 - 06.11.2005
 

Bärbel und Klaus, Mercedes-Benz LA 911 B

Dagmar, Mercedes-Benz Unimog U 1300 L
 

Gesamt 6087 km

Freitag, 07.10.2005  Nußdorf-Basel-St. Gotthard-Como

Um 10 Uhr treffen wir uns mit Dagmar auf dem Park&Ride-Parkplatz an der Autobahnauffahrt Heimsheim. Dann geht es über Karlsruhe nach Basel. An der Grenze zur Schweiz muss noch die Schwerverkehrsabgabe bezahlt werden (32,50 CHF für 10 Tage). Wir fahren auf der Autobahn A2 weiter zum Gotthard-Tunnel. Gleich nach der italienischen Grenze verlassen wir die Autobahn und steuern den Campingplatz Como-Süd an. Um 19 Uhr sind wir dort. Nachdem wir in Deutschland und der Schweiz schönstes, sonniges Wetter hatten, regnet es in Italien. Das kann uns die gute Urlaubslaune aber nicht vermiesen.
 

Samstag, 08.10.2005  Como-Genua-C.F. Carthage

Während Bärbel und ich morgens mit unserem Hund Miro spazieren gehen, bastelt Dagmar an der Entlüftungsschraube ihres Dieselfilters. Dort ist eine Undichtigkeit, die gelegentlich zu Startproblemen und Motoraussetzern führt. Wir verlassen Como um 10 Uhr und sind gegen 13:30 Uhr im Hafen von Genua. Wegen Bauarbeiten ist die Anlegestelle der Fähre eine Andere als gewohnt. Wir erledigen die Formalitäten, um 19 Uhr dürfen wir an Bord fahren. Bärbel richtet sich mit Miro am Heck zum Schlafen ein, da der Hund nicht in die Kabine darf und für die Hundekäfige zu groß ist. Währenddessen stehen Dagmar und ich in den Schlangen vor Polizei, Zoll und Restaurant an. Das Essen ist schlecht, die Toilette in der Kabine verstopft, also alles wie immer.
 

Sonntag 09.10.2005 C.F. Carthage-Tunis-Nabeul

Die Überfahrt ist angenehm. Miro weigert sich allerdings, zu Pinkeln oder zu Kacken. Bei der Ankunft um 14 Uhr im Hafen La Goulette fahren wir als Letzte von Bord, Bärbel geht mit dem Hund schon zu Fuß vor. Die Zollformalitäten inclusive Geldwechsel dauern etwa eine Stunde; weil eine Unterschrift eines Zöllners fehlt, muß ich am Tor noch einmal zurück. Wegen des Hundes will aber niemand ins Auto einsteigen. Die Frage nach einem GPS-Gerät verneine ich und darf dann endlich vom Zollgelände herunterfahren. Wir nehmen gleich die Autobahn nach Nabeul und stellen uns dort an den vom letzten Jahr bekannten Platz direkt am Strand. Bärbel badet gleich noch im Meer.
 

Montag, 10.10.2005 Nabeul-Kairouan-Skhira

Morgens gehen wir mit dem Hund am Strand entlang. Dann geht es weiter in Richtung Libyen. Dagmar hat mehrmals Probleme mit der Dieselversorgung. Sie stellt fest, daß die Gewinde der beiden Entlüftungsschrauben ausgerissen sind. Wir bohren die Gewinde auf die nächste Größe auf, flexen Schrauben passend und fahren weiter. Das Problem ist aber noch nicht gelöst, bei einem weiteren Halt stellt sich heraus, daß Vor- und Rücklaufleitung an beiden Tanks vertauscht sind. Da wir morgen an der Grenze sein müssen, lassen wir das Mittagessen ausfallen und fahren nach der Reparatur noch bis in die Dunkelheit hinein weiter. Wir haben Mühe, einen Übernachtungsplatz zu finden, aber etwa 60 km vor Skhira klappt es dann.
 

Dienstag, 11.10.2005 Skhira-Gabes-Medenine-Ras Ajdir

Heute müssen wir an der libyschen Grenze sein. Leider hat der Unimog unterwegs wieder Probleme mit Dreck im Tank und verstopften Filtern. So kommen wir erst gegen 14:30 Uhr am libyschen Grenzposten an. Von unserem in Deutschland gebuchten Begleiter ist nichts zu sehen. Wir rufen mit dem Handy unsere Agentur SARO in Deutschland an, aber man sagt uns nur, daß unser Begleiter bis 14 Uhr gewartet hätte und nun wieder nach Tripoli gefahren sei. Wegen Ramadan sei dort auch niemand mehr erreichbar. Die nur arabisch sprechenden Zöllner wollen uns zuerst nach Tunesien zurückschicken. Nur mit Mühe können wir erreichen, daß man uns auf dem Gelände übernachten läßt. Die Nacht ist wegen Lärm und Müllgestank nicht besonders erholsam.
 

Mittwoch, 12.10.2005 Ras Ajdir-Zuara

Morgens erscheint ein Offizier der Touristenpolizei und ruft noch einmal bei unserer Agentur SARI in Tripoli an. Gegen 13 Uhr erscheinen endlich Said, der Chef und Ali Feturi, unser Begleiter. Die für den Grenzübertritt notwendigen Formalitäten sind nicht vorbereitet, auch unsere vor Wochen angekündigte Reiseroute ist den Herren unbekannt. Bärbel trifft noch einen Libyer, der in Deutschland und der Schweiz gelebt hat. Er lädt uns zu sich ein. In  Zuara wird vollgetankt (0,10 EUR/l). Auf der Fahrt durch den Ort rammt Dagmar einen überholenden PKW. Es gibt ein langes Palaver zwischen den Insassen, unserem Führer und der Polizei. Man einigt sich auf 100 LD für den Schaden, die ich aber von Alis zufällig vorbeikommender Verwandschaft wieder zurückbekomme. Wir übernachten etwa 50 km hinter Zuara.
 

Donnerstag, 13.10.2005 Zuara-Nalut-Jadu-Piste Bir Alagh

Unterwegs kommen wir durch das kleine Örtchen El Gousch, in dem der Bekannte von der Grenze lebt. Wir fragen auf dem Dorfplatz nach ihm, worauf er geholt wird. Er möchte uns einladen, aber wir haben etwas Zeitnot. Wir unterhalten uns kurz, dann fahren wir weiter nach Nalut. Dort besichtigen wir die alte Speicherburg, schreiben eine Mail im Internet-Cafe und kaufen Lebensmittel für Ali ein. Weiter geht es zum Anfang einer kleinen Piste, die über den Brunnen Bir Alagh nach Darj führt. Nach etwa 10 Pisten-km schlagen wir unser Nachtlager auf.

Tagesleistung 296 km.
 

Freitag, 14.10.2005  Piste Bir Alagh

Die Piste ist einfach, aber steinig und holprig. Dagmar gefällt es überhaupt nicht. Als es endlich etwas besser wird und man schneller fahren könnte, kommt Dagmar nicht nach. Sie möchte nicht schneller fahren, um ihr Fahrzeug zu schonen. Etwa 100 km von Darj entfernt schlagen wir in einem Wadi unser Lager auf.

Tagesleistung 169 km.
 

Samstag, 15.10.2005  Piste Bir Alagh-Darj-Ghadames

Auf rumpeliger Piste geht es nach Darj. Dort werden die Reifen wieder auf Straßendruck aufgepumpt und getankt. Beim Rangieren an der Tankstelle rammt Dagmar eine Straßenlaterne. Ali meint, solange sie noch steht, sei das kein Problem. Wir fahren auf teilweise 4-spuriger Asphaltstraße weiter nach Ghadames. Dort entscheiden wir uns für den “Campingplatz” beim Hotel Winzrik. Es sind nur einige Stellplätze im Hof des Hotels und ein Gebäude mit Duschen und Toiletten. Dafür ist es aber nicht so weit vom Stadtzentrum entfernt wie der einzige andere Campingplatz. Dagmars Treppe muß geschweißt werden und mein Auspuff hat auch ein kleines Loch. Wir wollen beides morgen reparieren lassen, Ali kennt eine gute Werkstatt.

Tagesleistung 197 km.
 

Sonntag, 16.10.2005  Ghadames

Morgens führt uns Ali zum Mechaniker. Dort wird die Treppe und der Auspuff fachmännisch und für unsere Begriffe preisgünstig geschweißt. Auf der Rückfahrt besorgt Ali bei der Immigration Police noch die Dreiecksstempel in unseren Pässen. Wir tanken die Autos voll und fahren zurück zum Campingplatz. Von dort gehen Bärbel und ich noch zu Fuß ins Internet-Cafe. Wir beide machen dann noch einen Abstecher in die berühmte Altstadt. Anschließend werden noch unsere Wassertanks mit dem Schlauch gefüllt. Bärbel, Ali und ich gehen später noch einkaufen und dann in ein Restaurant. Dagmar bleibt lieber auf dem Campingplatz.
 

Montag, 17.10.2005 Ghadames-Darj-Piste 11. Längengrad

Heute beginnt unsere große Pistenfahrt, die bis zu einer Woche dauern kann! Der Beginn der Piste bei Darj ist eine breite, geschobene Wellblech-Piste, die aber relativ gut zu befahren ist. Bärbel und ich machen einen Abstecher zum Bir el Gazeil, Dagmar bleibt lieber an der Abzweigung zurück. Während wir unterwegs sind, entdeckt sie einen platten Reifen am Unimog und wechselt ihn. Als wir zurückkommen, fahren wir nur noch ein kurzes Stück hinter eine Düne in der Nähe eines Wadis. Es muß erst vor kurzem geregnet haben, denn es gibt noch viele Wassertümpel und eine Menge Tierspuren. Miro hat viel zu schnüffeln und zu rennen. Abends setzen wir uns zusammen und genießen Pfannkuchen mit Apfelmus.

Tagesleistung 249 km.
 

Dienstag, 18.10.2005 Piste 11. Längengrad

Zuerst geht es auf der breiten Piste weiter, dann zweigen wir ab zum Hassi Ifertas. Gegen Mittag sind wir dort. Es ist ein trostloser Polizeiposten mit einer Wasserstelle. Ali sagt, die Polizisten jagen Schmuggler. Allerdings ist von den vier Autos der Polizisten nur eines fahrbereit, die anderen sind aufgebockt. Wir fahren weiter zum Brunnen Hassi en Nahia. Hier beginnt endlich das langersehnte Sand- und Dünengebiet! Der Brunnen ist verlassen und hat kaum noch Wasser. Vielleicht ist gerade eine Herde vorbeigezogen und hat ihn leergetrunken. Wir schlagen einige Meter weiter in den Dünen unser Nachtlager auf. Miro freut sich über den Sand. Wie verrückt rennt er die Dünen rauf und runter oder buddelt tiefe Löcher.

Tagesleistung 188 km.
 

Mittwoch 19.10.2005  Piste 11. Längengrad

Dagmar entdeckt morgens einen weiteren platten Reifen und einen verschobenen Tank. Der Tank wurde vor der Abfahrt geschweißt und dann wohl nicht richtig festgezogen. Der Reifen wird unter Aufbietung aller Kräfte gemeinsam von der Felge montiert, geflickt und wieder drauf montiert. Dabei stellen wir fest, daß Dagmars Reifen sehr alt sind, sie hat auch nur einen Ersatzschlauch dabei. Und ab jetzt hat sie nur noch ein benutzbares Reserverad. Der Tank wird ebenfalls wieder an die richtige Stelle gebracht. Da alles sehr lange gedauert hat, beschließen wir, heute noch hier zu bleiben. Nachmittags kommt das Begleitfahrzeug anderer Touristen mit Führer, Koch und Fahrer vorbei. Die Gruppe übernachtet etwas weiter weg vom Brunnen und wird morgen auf einer andere Piste weiterfahren.
 

Donnerstag, 20.10.2005 Piste 11. Längengrad

Heute müssen wir durch schwieriges Dünengebiet fahren. Da Pisten oder Spuren oft nicht mehr erkennbar sind, müssen wir unseren eigenen Weg suchen. Mehr als einmal stehen wir dann in einer Sackgasse und müssen zurück. Bei einer solchen Gelegenheit bleibt Dagmar in einem Dünentrichter hängen. Sie kann sich schließlich nur noch durch den Einsatz ihrer Seilwinde befreien. Es ist heiß geworden und solche Aktionen sind natürlich schweißtreibend. Wir übernachten in den Dünen. Wie jeden Abend auf der Piste wird auch heute Kilometerstand und Positionskoordinaten notiert. Die Position wird dann in die Detailkarten eingezeichnet.

Tagesleistung 95 km.
 

Freitag, 21.10.2005  Piste 11. Längengrad

Der Unimog hat am Morgen einen platten Reifen, der nur aufgepumpt wird. Zuerst geht es in einem Dünental recht flott voran, doch dann müssen wir über einen Dünenzug, der uns den Weg versperrt. Wir sind zeitweise nur 5 km vom nächsten Wegpunkt entfernt, finden aber keine machbare Passage über die Dünen. In solchen Fällen muß man parallel zum Dünencordon fahren und immer wieder versuchen, hinüber zu kommen. Leider landen wir immer wieder in einer Sackgasse. Von der Dünenspitze kann man das Parallel-Tal schon sehen, aber wir finden keinen Weg hinunter.

Tagesleistung 112 km.
 

Samstag, 22.10.2005  Piste 11. Längengrad

Wir machen uns auf die Suche nach einer Passage durch die Dünen. Heute versuchen wir es wieder parallel zum Dünenzug, aber in der anderen Richtung. Leider ebenfalls erfolglos. Im kontrastlosen Licht der hochstehenden Mittagssonne sehen wir eine Dünenstufe zu spät und springen mit dem LKW etwa 2 m weit! Zum Glück ist nichts kaputt und niemand ernsthaft verletzt. Die Stimmung sinkt, denn wir sind schon viel zu lange unterwegs und unsere Wasser- und vor allem Dieselvorräte sind schon deutlich kleiner geworden. Wir haben aber unterwegs eine frische LKW-Spur entdeckt. Ali meint, daß diese zu einem Bohrcamp führt. Wir beschließen, dieser Spur zu folgen.

Tagesleistung 126 km.
 

Sonntag, 23.10.2005  Piste 11. Längengrad

Wir folgen der LKW-Spur. Dem Reifenprofil nach ist es ein LKW aus einem Bohrcamp. Trotz der Spur ist der Weg nicht einfach, auch hier Dünen und viel weicher Sand. Einmal fährt sich Dagmar im Sand bis zu den Radnaben fest. Für die Befreiung mit allen Sandblechen (2 x 9m) brauchen wir in der Hitze alle Kraft und viel Zeit. Schließlich sehen wir zunächst eine abgestellte Planierraupe und dann einen ebenfalls alleinstehenden LKW mit einer Bohrvorrichtung. Ali ist sicher, daß die Ölarbeiter am nächsten Morgen auftauchen werden, um mit der Bohrung zu beginnen. Wir schlagen in der Nähe unser Lager auf. Die Erleichterung ist allen anzumerken.

Tagesleistung 62 km.
 

Montag, 24.10.2005 Piste 11. Längengrad

Morgens kommen die Arbeiter mit einem Unimog, einem Wassertank-LKW und einem Pickup. Sie machen eine Explorationsbohrung. Der Unimog zeigt uns eine Passage über die Dünen auf dem Weg zum Basiscamp der Ölgesellschaft BGP. Unterwegs treffen wir noch zwei ungarische Motorradfahrer. Auf schlechter Piste mit viel Fech-Fech (Weichsandstellen) erreichen wir das Camp. Dort tankt jeder 100 l Diesel, obwohl unsere Vorräte noch bis zur nächsten Tankstelle reichen würden. Die Arbeiter sind sehr nett. Im Lager und auf der folgenden Piste nach Al Awaynat sehen wir viele Kurzhauber. Wir übernachten etwa 100 km vor Al Awaynat etwas abseits der Piste. Abends sehen wir vier Sternschnuppen und stellen fest, daß die einheimischen LKW-Fahrer auch nachts Piste fahren!

Tagesleistung 130 km.
 

Dienstag, 25.10.2005 Piste 11. Längengrad-Al Awaynat-Germa

Wir fahren auf der wegen des starken LKW-Verkehrs schon sehr ausgefahrenen und schlechten Piste nach Al Awaynat. Dort werden die Reifen wieder auf Straßenluftdruck aufgepumpt und die Tanks gefüllt. Dann geht es auf der stellenweise an eine Wellblechpiste erinnernden Teerstraße nach Germa. Wir haben viel mehr Zeit für die Piste gebraucht als geplant und müssen nun einige Abstecher weglassen, um rechtzeitig wieder an der Grenze zu sein, bevor unser Visum abläuft. So fahren wir bis spät in die Nacht, um heute noch auf dem Campingplatz anzukommen. Der Platz ist fast leer.

Tagesleistung 398 km.
 

Mittwoch, 26.10.2005 Germa

Heute wollen Bärbel und ich zu den Mandara-Seen fahren, während Dagmar genug vom Sand hat und mit Ali nach Ubari fährt, um ihre Reifen flicken zu lassen. Sie nimmt mein Spannband für den Dieseltank mit, das auf der Piste gebrochen ist, um es schweißen zu lassen. Auf der Rückfahrt schreiben wir in einem Internetcafe noch ein Mail nach Hause, gehen einkaufen und fahren dann zum Campingplatz zurück. Abends trinken Bärbel und ich noch ein alkoholfreies Bier in der Bar, wo auch Ali mit den Leuten vom Campingplatz sitzt. Einer von ihnen hat selbst einen Hund, den er sofort holt, als Bärbel von Miro erzählt.
 

Donnerstag, 27.10.2005 Germa-Sabha-Shwayrif

Heute müssen wir auf der Straße ein ordentliches Stück hinter uns bringen, um rechtzeitig an der Grenze zu sein. Über Sabha geht es nach Norden. In Shwayrif wird kurz getankt und eingekauft, dann fahren wir noch einige Kilometer aus dem Ort heraus, bevor wir einen Übernachtungsplatz suchen. Als wir gerade mit Ali beim Abendessen sitzen, entdeckt Dagmar wieder einmal einen platten Reifen am Unimog. Beim Reifenwechsel stellt sie fest, daß einer der gerade erst reparierten Ersatzreifen ebenfalls Luft verliert! Also wird der andere Ersatzreifen montiert und sie wird morgen mit zwei platten Ersatzrädern weiterfahren müssen. Wir hoffen, daß wir wenigstens pannenfrei bis zur Grenze kommen.

Tagesleistung 500 km.
 

Freitag, 28.10.2005  Shwayrif-Zuara-Ras Ajdir-Ben Guerdane

Unser letzter Tag in Libyen. Wir überqueren das Jabal-Nafusah-Gebirge mit wunderschönen Aussichten. In Zuara wird noch einmal vollgetankt. Auf der Weiterfahrt zur Grenze hat der Motor des Unimog wieder Probleme mit der Dieselzufuhr. Ali treibt uns durch die Grenzabfertigung, damit wir vor Sonnenuntergang und der damit verbundenen Essenspause wegen Ramadan noch durchkommen. Das klappt auch, aber auf der tunesischen Seite müssen wir doch warten, bis die Beamten gegessen haben. Es ist schon dunkel, als wir endlich bei Ben Guerdane einen Platz am Meer finden.

Tagesleistung 557 km.
 

Samstag, 29.10.2005  Ben Guerdane-Aghir/Djerba

Wir schlafen heute etwas länger. Dann geht es über Ben Guerdane in Richtung Medenine und dann nach Djerba. Das ist zwar ein Umweg, aber wir wollen noch die übriggebliebenen Libyschen Dinare zurücktauschen und Dagmars Reifen flicken lassen, was an der Hauptroute vermutlich einfacher ist. Leider ist kein Geldwechsler zu sehen, aber die beiden Reifen werden für 11 TD geflickt, Dagmar verzichtet aufs Wechselgeld und gibt 15 TD. Über den Damm geht es auf die Insel Djerba und dort nach Aghir zum Campingplatz. Die Stellplätze am Meer sind nun betoniert, auch ein normales Wohnmobil mit Münchner Rentner-Ehepaar steht schon dort.

Tagesleistung 119 km.
 

Sonntag, 30.10.2005  Aghir/Djerba

Heute wird entspannt und gefaulenzt! Vormittags baden wir im Meer, danach liegen wir in der Sonne oder lesen. Nachmittags kommt ein Unimog mit PF-Nummernschild an. Die beiden Fahrer kommen aus Südtunesien zurück. Natürlich gibt es ein großes Hallo und viel zu Fachsimpeln. Abends gehen wir im Ort noch kurz einkaufen, alles ist hier sehr teuer. Bärbel hat am Strand ein Rudel wilder Hunde entdeckt und einen der Welpen ins Herz geschlossen. Sie trägt ihn auf dem Arm und entfloht ihn. Miro läßt ihn sogar aus seinem Napf essen und trinken.
 

Montag, 31.10.2005 Aghir/Djerba

Der Hundewelpe hat in der Nacht auf meinem Stuhl geschlafen und diesen mit viel Gekläffe gegen andere Hunde verteidigt. Dementsprechend schlecht war unser Schlaf und der Stuhl muß nun erst einmal entfloht werden. Das Meer hat heute eine sehr starke Strömung und hohe Wellen, aber wir baden trotzdem. Der Wind ist ideal für den Lenkdrachen. Nachmittags fahren Bärbel und ich mit dem Taxi (2 TD) nach Midoun zum Einkaufen. Alles ist hier sehr auf Touristen eingestellt und überall wird man angequatscht. Nur in den Markthallen ist es besser. Wir kaufen Makrelen, die von Bärbel abends lecker zubereitet werden. Anschließend sitzen wir noch mit unseren Unimog-Nachbarn zusammen.
 

Dienstag, 01.11.2005 Aghir/Djerba

Heute fahren wir mit dem LKW nach Ben Guerdane, um das Libysche Geld umzutauschen und ein kleines Loch im Auspuff schweißen zu lassen. Das rostige Flexrohr wird vom Schweißer ganz entfernt und durch ein passendes Rohr ersetzt. Für die gute und zügige Arbeit verlangt er dann allerdings auch reichliche 20 TD. Danach finden wir auch einen Geldwechsler, der unsere LD sogar in Euro wechselt. Der Kurs ist zwar schlecht, es erspart uns aber den Umweg über tunesisches Geld. Auf der Rückfahrt haben wir einen Kaufrausch: ein Bund Sardinen bei einem kleinen Jungen, Brote und Tücher.
 

Mittwoch, 02.11.2005 Aghir/Djerba

Unser letzter Tag auf Djerba, Baden und Lesen. Abends fahren wir beide mit dem Taxi nach Midoun zum Essen. Wir müssen lange suchen, bis wir ein geöffnetes Restaurant finden, das Lotophages im Stadtzentrum. Das Essen ist recht gut, dazu gibt es alkoholfreies (und teures) belgisches Bier. Wir sitzen draußen und beobachten das Treiben um uns herum. Je später es wird, desto mehr Restaurants öffnen – wir waren wohl zu früh dran. In dieser Nacht geht auch der Ramadan zu Ende, deshalb werden überall Feuerwerkskörper gezündet und es ist viel los in der Stadt. Schließlich fahren wir mit einem Taxi zurück zum Campingplatz.
 

Donnerstag, 03.11.2005 Aghir/Djerba-Gabes-Sfax-Nabeul

Wir verlassen Djerba und fahren nach Nabeul. Unterwegs gibt es wieder Dieselfilter-Probleme am Unimog. Das letzte Stück ist schon Autobahn, dann müssen wir noch durch das Zentrum von Hammamet, wo das Ende des Ramadan ausgelassen gefeiert wird. Die Straßen sind entsprechend mit Menschen und Autos verstopft, aber alle sind gut gelaunt. Dann sind wir endlich an unserem Stellplatz am Strand. Wir mußten heute lange fahren und sind alle sehr müde.

Tagesleistung 494 km.
 

Freitag, 04.11.2005  Nabeul-Tunis-C.F. Carthage

Heute geht unsere Fähre in Richtung Heimat. Es sind zwar nur noch 60 km bis zum Hafen, aber Dank der unvermeidlichen Motorprobleme an Dagmars Unimog werden auch diese zum Abenteuer. Im Hafen wird noch einmal billig vollgetankt. In der Schlange vor dem Zollhof steht auch Mobert aus dem Maggie-Deutz-Forum. Die Ausreiseformalitäten gehen recht flott, so daß wir früh auf dem Schiff sind, wo sich Bärbel und Miro wieder am Heck einrichten. Wir verbringen den Abend in Gesellschaft von Mobert, seiner Beifahrerin und anderen Wüstenfahrern und trinken nach langer Zeit wieder alkoholhaltiges Bier.

Tagesleistung 78 km.
 

Samstag, 05.11.2005  C.F. Carthage-Genua-Basel-Nußdorf

Die Carthage legt um 14:30 Uhr in Genua an. Allerdings müssen wir bis 15:00 Uhr warten, bis auch Dagmar vom Schiff kommt. Wir fahren zunächst im Konvoi mit Mobert, der allerdings schneller fahren möchte und uns dann verläßt. Dagmar hat wieder Probleme mit ihrem Motor. Vor dem Gotthard-Tunnel trennt sie sich von uns und fährt uns voraus. Wir legen noch eine Pause auf einem Rasthof ein, bevor wir weiterfahren. Gegen 2:00 Uhr sind wir endlich in Nußdorf, wo Bärbel unbedingt noch rückwärts die Einfahrt hochfahren will.

Tagesleistung 670 km.
 

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